Die Sendzimir-Verzinkung ist ein kontinuierliches Feuerverzinkungsverfahren, bei dem Stahlband im Durchlauf durch ein Bad aus flüssigem Zink geführt und dabei beidseitig mit einer dünnen, gleichmäßigen Zinkschicht überzogen wird. Benannt ist sie nach dem Ingenieur Tadeusz Sendzimir, der das Verfahren in den 1930er-Jahren entwickelte. Charakteristisch ist, dass das Band vor dem Zinkbad in einem Ofen unter Schutzgas geglüht und gereinigt wird, wodurch die Oberfläche besonders glatt und gut weiterverarbeitbar bleibt. Geregelt sind bandverzinkte Feinbleche in der Norm DIN EN 10346, die auch die Zinkauflagen festlegt. Üblich sind Auflagen wie Z275, was 275 Gramm Zink je Quadratmeter bezogen auf beide Seiten zusammen bedeutet.
Wir unterstützen Sie gerne.
Draht Häcker – Ihr Ansprechpartner für Zäune und Sichtschutz zwischen Ulm und Augsburg.
Kontakt08225 – 9691-0E-MailWorin unterscheidet sich die Sendzimir-Verzinkung von der Stückverzinkung?
Der wichtigste Unterschied liegt im Zeitpunkt: Bei der Sendzimir-Verzinkung wird das flache Band verzinkt und erst danach zugeschnitten, gekantet und gefügt. Bei der Stückverzinkung, auch Feuerverzinkung im Tauchverfahren genannt, wandert dagegen das bereits fertige Bauteil ins Zinkbad und erhält dort eine deutlich dickere Schicht von häufig 50 bis 85 Mikrometern. Bandverzinkte Bleche liegen mit rund 20 Mikrometern je Seite darunter, bieten dafür aber eine sehr glatte, maßhaltige Oberfläche ohne Zinknasen. Genau diese Gleichmäßigkeit macht sie zur bevorzugten Grundlage für eine anschließende Pulverbeschichtung, wie sie bei farbigen Zaunprofilen üblich ist. Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit: An Schnittkanten und Bohrungen liegt der blanke Stahl frei, weil dort nachträglich getrennt wurde. In der Praxis schützt der sogenannte kathodische Fernschutz solche schmalen Kanten, weil das umgebende Zink sich stellvertretend auflöst und den Stahl dabei intakt hält.
Merkmale des bandverzinkten Stahls
- Das Verfahren läuft kontinuierlich am Coil ab, nicht am fertigen Einzelteil.
- Die Zinkschicht ist mit etwa 20 Mikrometern je Seite dünner als bei der Stückverzinkung.
- Die glatte Oberfläche eignet sich sehr gut als Untergrund für Pulverbeschichtungen.
- Gängige Auflagen nach DIN EN 10346 sind Z140, Z200 und Z275 in Gramm je Quadratmeter.
- Schnittkanten bleiben unverzinkt und werden durch den Fernschutz des umgebenden Zinks mitgeschützt.
Häufige Fragen zur Sendzimir-Verzinkung
Ist die Sendzimir-Verzinkung schlechter als eine Stückverzinkung?
Sie ist nicht schlechter, sondern für andere Aufgaben gedacht. Die dünnere, sehr gleichmäßige Schicht ist ideal für beschichtete Bauteile und für Anwendungen mit moderater Belastung. Wo Bauteile dauerhaft ungeschützt der Witterung oder dem Erdreich ausgesetzt sind, ist die dickere Stückverzinkung im Vorteil.
Woran erkennt man bandverzinkten Stahl?
Typisch ist eine glatte, silbrig-matte Oberfläche ohne die groben Kristallmuster oder Zinknasen der Tauchverzinkung. Häufig sind an Schnittkanten feine, blanke Streifen zu sehen. Bei farbig beschichteten Zaunteilen ist die Zinkschicht selbst nicht sichtbar.
Wie lange hält eine Sendzimir-Verzinkung?
Die Lebensdauer hängt von Zinkauflage und Umgebung ab und liegt bei einer zusätzlichen Beschichtung im Bereich mehrerer Jahrzehnte. In ländlicher Luft baut sich Zink nur sehr langsam ab, in stark belasteter Industrie- oder Meeresluft deutlich schneller. Eine intakte Pulverbeschichtung verlängert die Standzeit zusätzlich erheblich.
Wir unterstützen Sie gerne.
Draht Häcker – Ihr Ansprechpartner für Zäune und Sichtschutz zwischen Ulm und Augsburg.
Kontakt08225 – 9691-0E-Mail