Ein Wildschutzzaun ist ein speziell gebauter Zaun, der wildlebende Tiere wie Rehe, Hirsche, Wildschweine oder Hasen aus bestimmten Flächen heraushält — typischerweise Forstschonungen, Aufforstungsflächen oder gefährdete Gärten am Waldrand. Die Anforderungen sind völlig anders als bei einem klassischen Gartenzaun: hohe Stabilität, große Höhe und meist Knotengeflecht als Material. Hausbesitzer in ländlichen Gebieten rund um Schwaben oder Oberbayern kennen das Thema gut — gerade dort, wo Wald, Felder und Wohngebiete aneinandergrenzen.
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Kontakt08225 – 9691-0E-MailWelche Tiere werden ausgesperrt?
Je nach Wildart braucht es unterschiedliche Höhen und Maschenweiten. Für Rehe reichen 1,60 m bis 1,80 m, weil sie aus dem Stand nicht so hoch springen. Rotwild wie Hirsche und Wildschweine erfordern dagegen mindestens 2,00 m, manchmal sogar 2,20 m — sie sind kräftiger und springfreudiger. Wildschweine wühlen zudem gerne und versuchen, sich unter dem Zaun durchzubuddeln. Hier muss das Geflecht unten in den Boden eingegraben werden, am besten in einem flachen L-Profil, damit das Tier beim Wühlen sofort auf das eingegrabene Geflecht stößt. Hasen und Kaninchen lassen sich mit engmaschigem Geflecht (max. 25 mm) abhalten — auch dieses sollte am unteren Rand eingegraben werden.
Empfehlungen nach Wildart
- Reh: Höhe 1,60-1,80 m, Knotengeflecht 1,60-2,00 mm
- Rotwild/Hirsche: ab 2,00 m, kräftigeres Knotengeflecht
- Wildschweine: ab 1,50 m + eingegrabener Bodenrand
- Hasen/Kaninchen: feinmaschig (max. 25 mm), eingegraben
- Mischwild: 2,00 m Knotengeflecht mit eingegrabenem Rand
Aufbau und Pflege
Klassisches Material für Wildschutzzäune ist Knotengeflecht: Die Drähte sind an jedem Kreuzungspunkt fest verknotet, das Geflecht verzieht sich nicht. Im unteren Bereich sind die Maschen enger, nach oben werden sie größer — das passt zum Bewegungsverhalten der Tiere und spart Material. Befestigt wird das Geflecht an stabilen Holzpfählen aus Akazie, Robinie oder druckimprägnierter Kiefer. Spanndrähte am oberen und unteren Rand sowie mittig sorgen für eine dauerhaft straffe Spannung. Eine regelmäßige Sichtkontrolle ist wichtig: Umgestürzte Bäume oder umgefallene Äste können den Zaun beschädigen, dann finden Tiere sofort den Weg durch. Auch bei Schneelast lohnt ein Blick — ein durchhängendes Geflecht senkt seine Wirksamkeit deutlich.
Wichtige Aufbau-Hinweise
- Knotengeflecht als Standardmaterial
- Bodenrand eingraben oder als L-Profil verlegen
- Pfähle aus Hartholz oder Stahl mit Hülsen
- Spanndrähte oben, mittig und unten
- Regelmäßige Kontrolle nach Sturm oder Schneefall
Häufige Fragen zum Wildschutzzaun
Wie hoch muss ein Wildschutzzaun gegen Rehwild sein?
Für reines Rehwild reichen meist 1,60 m bis 1,80 m. Ein Reh kann theoretisch höher springen, scheut sich aber meist vor dem Risiko. Wo zusätzlich Rotwild vorkommt — etwa nahe Wäldern in den Voralpen — sollten Sie mindestens 2,00 m wählen.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Wildschutzzaun?
Im Wald und im Außenbereich ist meist eine Genehmigung durch die Forst- oder Naturschutzbehörde nötig, weil Wildwechsel berücksichtigt werden müssen. Im eigenen Garten am Waldrand reicht meist die normale Bauanzeige. Im Zweifel bei der Gemeinde nachfragen — auch Jagdpächter sollten informiert werden.
Wie lange hält ein Wildschutzzaun?
Dickverzinktes Knotengeflecht hält 15 bis 25 Jahre, kunststoffummantelte Varianten oft 25 bis 35 Jahre. Wichtig ist eine fachgerechte Montage und regelmäßige Kontrolle. Vor allem die Holzpfähle altern schneller als das Geflecht selbst und sollten alle 8-12 Jahre auf Fäulnis am Bodenausgang geprüft werden.
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